Wer Inklusion von Anfang an denkt, kann grosses Kulturspektakel liefern
Theaterbesuche, Festivalbesuche, Kinobesuche. Für viele selbstverständlich und einfach umzusetzen. Nicht so für Menschen mit Behinderungen. Von gewissen Kulturangeboten sind sie noch immer ausgeschlossen. Es braucht mehr Bewusstsein dafür. Und es geht was.
«Filme, bei welchen es nicht zu schnell geht, sind mir lieber»
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Ein stimmungsvolles Festival. Drinnen und draussen.
Menschen sitzen in Baden und schauen eine Produktion.
Fantoche ist eines der weltweit wichtigsten Festivals für Animationsfilm: Und Fantoche ist eine feste Grösse, eine Institution. Das in Baden beheimatete Festival setzt sich seit mehreren Jahren gezielt für Menschen mit Behinderungen ein und hat gewichtige Änderungen hinter sich. So bietet es Filme mit Audiodeskription an. Menschen mit Hörbehinderungen können die Filme schauen und gleichzeitig Beschreibungen lesen.
Corina schätzt das und ist sich das gewohnt. Dennoch sagt sie: «Mir sind Filme, bei welchen es nicht zu schnell geht, lieber.» All die Informationen aufzunehmen und zu bearbeiten, sei eine Herausforderung. Corina mag Fantoche, weil das Festival auch politische Produktionen zeigt. Und weil viel für Inklusion gemacht wird. Man sei noch lange nicht am Ziel, arbeite sich jedoch Schritt für Schritt in die richtige Richtung, sagt Simone von Fantoche. Der Event geht vom 1. - 6. September über die Bühne. Hier sind alle Informationen gesammelt, die für einen möglichst barrierefreies Festival sorgen.
«Aufgeben ist keine Option; manchmal braucht es viel, viel Zeit»

Lebt Inklusion.
Janine Bürkli, Leiterin Kleintheater Luzern.
Ein Theater sein für alle. Das ist das grosse Ziel des Kleintheaters Luzern. Das meinen die Macherinnen und Macher ernst. Sie legen seit sechs Jahren den Fokus auf Inklusion. Ein Beispiel ist das Gastspiel von Komiker Okan Seese. Der Wortwitz des gehörlosen Künstlers, den er in Gebärdensprache auf die Bühne brachte, wurde von einer Simultanübersetzerin in die Lautsprecher übersetzt. Ein prägendes Erlebnis.
Dafür reiche eine Vorstellung für Menschen mit Behinderungen nicht, sagt Janine Bürkli. Sie ist die Leiterin des Kleintheaters Luzern. Dafür sei es nötig, ein Stück von Beginn an inklusiv zu denken. Das gelingt unter anderem mit einem Beirat, indem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sitzen. Zudem brauche man schlicht Zeit und dürfe nicht aufgeben, sollte mal etwas nicht klappen.
Das ist nötig für einen gelungenen Theaterbesuch

Setzt Dinge um.
Jahn Graf, Inklusion Kleintheater Luzern.
Manchmal hat er es einfach sein lassen. Weil ein Theaterbesuch für ihn als Rollstuhlfahrer zu stressig war. Seit Jahn Graf Inklusionsbeauftragter des Kleintheaters Luzern ist, hat sich einiges verändert. Er sorgt dafür, dass sich die Strukturen im Kleintheater verändern. So, damit sich Menschen mit Behinderungen im Theater willkommen fühlen. Sie sollen sich nicht als Randgruppe fühlen. Deshalb sind heute die Rollstuhlplätze nicht mehr am Rand. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer können jetzt Theaterstücke ohne Seitenblick geniessen.
Bilder: Kleintheater Luzern und Fantoche (Manuela Haltiner)
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Radiobeiträge
«Aufgeben ist keine Option»
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Manchmal hat er Theaterbesuche einfach sein lassen